Mess-Stipendien: Damit Priester auch bei den Ärmsten wirken können

Ein Mess-Stipendium ist eine Spende, die mit der Bitte verbunden ist, eine heilige Messe in einem bestimmten Anliegen zu feiern. Dieser alte christliche Brauch verbindet das Gebet für persönliche Anliegen mit der Unterstützung eines Priesters. Besonders in armen Ländern, wo die Gläubigen selbst kaum etwas zum Unterhalt ihrer Priester beitragen können, sind Mess-Stipendien von unschätzbarem Wert.

Ein Gottesdienst auf dem Land im Bistum Chinhoyi in Simbabwe. (Bild: Kirche in Not)

 

Für viele Priester in den ärmsten Regionen der Welt sind Mess-Stipendien die einzige Möglichkeit, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Dank dieser Unterstützung können sie auch dort für die Menschen da sein, wo Armut, Not und grosse Entfernungen die Seelsorge erschweren.

Venezuela: Ein Priester bringt Hoffnung in ein vergessenes Dorf

Das kleine Dorf Guarataro gehört zur weitläufigen Pfarrei San Javier in Venezuela. Um die Menschen dort zu besuchen, ist Padre Angel mit dem Bus oder per Autostopp fast eine Stunde unterwegs. Einmal pro Woche feiert er in der einfachen Holzkapelle die heilige Messe.

Besonders die Kinder freuen sich auf seinen Besuch. Sobald er eintrifft, strömen sie von allen Seiten herbei. Viele sind unterernährt und wirken jünger, als sie tatsächlich sind.

Die Armut in Guarataro ist gross. Es gibt weder einen Arzt noch einen Polizeiposten. Wie dramatisch die Lage ist, zeigt das Schicksal einer Frau, die nachts schwer erkrankte. Weil weder ein Arzt noch eine Ambulanz erreichbar waren und niemand im Dorf ein Fahrzeug besass, starb sie am nächsten Morgen.

In dieser schwierigen Umgebung versucht Padre Angel, den Menschen Trost und Hoffnung zu schenken. Er weiss, dass er ihre Not nicht allein lindern kann:

«Es ist schwer, den Menschen von der Liebe Gottes zu predigen, wenn sie tagein, tagaus nur Ignoranz und Verachtung spüren. Immerhin spüren sie, dass sie mir und der Kirche nicht gleichgültig sind.»

Padre Angel selbst lebt in bescheidenen Verhältnissen. Dank der Mess-Stipendien, die ihm über Kirche in Not (ACN) vermittelt werden, kann er seinen Lebensunterhalt bestreiten und seinen seelsorgerischen Dienst fortsetzen.

Simbabwe: Seelsorge über riesige Entfernungen

Die Diözese Chinhoyi im Norden Simbabwes erstreckt sich über mehr als 56'000 Quadratkilometer und ist damit deutlich grösser als die Schweiz. Ihre 22 Pfarreien umfassen zahlreiche weit verstreute Dörfer.

Die Priester legen oft grosse Entfernungen zurück, um die Gläubigen zu besuchen, die Sakramente zu spenden und ihnen in ihren Sorgen beizustehen. Ein festes Gehalt erhalten sie nicht, denn dem Bistum fehlen die finanziellen Mittel.

Auch die Gläubigen können kaum etwas beitragen. Viele Familien leben vom bescheidenen Ertrag ihrer Felder. Wiederkehrende Dürren verschärfen die ohnehin schwierigen Lebensbedingungen.

Kirche in Not (ACN) unterstützt deshalb die 44 Priester der Diözese mit Mess-Stipendien. Damit können sie Lebensmittel und Medikamente bezahlen, aber auch Benzin für ihre Fahrten in entlegene Dörfer finanzieren.

So ermöglichen Mess-Stipendien weit mehr als den Lebensunterhalt der Priester: Sie helfen, dass die Kirche auch die Menschen in den abgelegensten Regionen erreicht.

Bangladesch: Eine kleine, lebendige Kirche

In Bangladesch sind nur rund 0,2 Prozent der etwa 170 Millionen Einwohner katholisch. Mehr als die Hälfte der katholischen Gläubigen gehört ethnischen Minderheiten an.

Trotz ihrer geringen Zahl ist die Kirche lebendig. Die Priester begleiten die Menschen mit grossem Engagement, oft unter schwierigen Bedingungen. Viele Dörfer liegen weit auseinander und sind nur über schlechte Strassen erreichbar. Die Armut ist gross, und die Priester sind für die Menschen wichtige Ansprechpartner – nicht nur in Glaubensfragen, sondern auch in ihren alltäglichen Sorgen.

Bischof Emmanuel K. Rozario von Barishal berichtet: «Unsere Priester pflegen enge Beziehungen zu den Menschen. Sie werden geliebt und geachtet. Dem Beispiel des Guten Hirten folgend, bemühen sich unsere Priester, in der Seelsorge mit mitfühlendem Herzen für ihre Herde zu sorgen.»

Doch die Priester haben Mühe, ihren eigenen Lebensunterhalt und die Bedürfnisse ihrer Pfarreien zu finanzieren. Die Gläubigen sind meist selbst zu arm, um sie ausreichend zu unterstützen.

Dank Mess-Stipendien von Kirche in Not (ACN) erhalten deshalb zahlreiche Priester im Land wichtige Hilfe, darunter 19 Priester der Diözese Barishal und 36 Priester der Diözese Dinajpur.

Paraguay: Im Dienst der indigenen Bevölkerung

Im Westen Paraguays liegt das Apostolische Vikariat Pilcomayo. Es ist rund dreimal so gross wie die Schweiz und umfasst weite, dünn besiedelte Gebiete des Chaco. Hier leben rund 20 verschiedene ethnische Gemeinschaften.

Seit die ersten Missionare 1925 in die Region kamen, setzt sich die Kirche besonders für die indigene Bevölkerung und ihre Rechte ein. Viele Menschen leben in grosser Armut.

Die Seelsorge ist anspruchsvoll: Bis zu drei Stunden sind die Priester auf unbefestigten Strassen unterwegs, oft bei Temperaturen von bis zu 40 Grad. Da die Gläubigen selbst kaum etwas besitzen, reichen die Kollekten nicht aus, um den Lebensunterhalt der Priester zu sichern.

Bischof Miguel Fritz, der seit rund 40 Jahren in Paraguay lebt und auch die indigenen Sprachen Guarani und Nivaclé spricht, ist deshalb dankbar für die Mess-Stipendien zugunsten seiner zwölf Priester: «Dank dieser Zuwendung kann ich meinen Priestern ein Einkommen bereitstellen. Meine Priester und ich sind allen Wohltätern von Kirche in Not (ACN) sehr dankbar. Die Mess-Stipendien erleichtern unseren nicht einfachen Alltag erheblich.»

Eine grosse Hilfe – und eine weltweite Gebetsgemeinschaft

Die Beispiele aus Venezuela, Simbabwe, Bangladesch und Paraguay zeigen, wie viel Mess-Stipendien bewirken. Sie sichern nicht nur den Lebensunterhalt der Priester, sondern ermöglichen Seelsorge dort, wo die Menschen besonders auf die Nähe und Begleitung der Kirche angewiesen sind.

Zugleich entsteht eine besondere Verbindung zwischen den Wohltätern und den Priestern: Die persönlichen Gebetsanliegen werden in der heiligen Messe vor Gott getragen.

Im Jahr 2025 konnte Kirche in Not (ACN) weltweit 1'887'721 Mess-Stipendien an 42'252 Priester weiterleiten. Damit erhielt rund jeder zehnte Priester weltweit Unterstützung. Im Durchschnitt wurde alle 17 Sekunden irgendwo auf der Welt eine heilige Messe in den Anliegen der Wohltäter gefeiert.

Mit einem Mess-Stipendium schenken die Gläubigen einem Priester wertvolle Unterstützung und helfen mit, dass die Kirche auch bei den Ärmsten der Armen präsent bleibt. Gleichzeitig dürfen Sie darauf vertrauen, dass Ihr persönliches Anliegen im Gebet vor Gott getragen wird.

zvg

 

Kirche in Not (ACN) ist ein internationales katholisches Hilfswerk päpstlichen Rechts, das 1947 gegründet wurde. Es steht mit Informationstätigkeit, Hilfsaktionen und Gebet für bedrängte und Not leidende Christen in ca. 140 Ländern ein. Seine Projekte sind ausschliesslich privat finanziert. Die Schweizer Bischofskonferenz empfiehlt das Hilfswerk zur Unterstützung.

Spenden mit dem Vermerk «Mess-Stipendien» können gerichtet werden an:
Kirche in Not, Cysatstrasse 6, 6004 Luzern
Telefon 041 410 46 70
E-Mail: mail@kirche-in-not.ch
Internet: www.kirche-in-not.ch (Spenden auch per TWINT möglich)
Bankverbindung: IBAN CH55 0900 0000 6001 7200 9, lautend auf die erwähnte Adresse