Schöpfung und Evolution - Theologie und Naturwissenschaft im Gespräch

In den bläulichen Spiralarmen der Galaxie NGC 1672 befinden sich Milliarden von massiven, jungen Sternen. Das Licht von der Galaxie brauchte mehr als 60 Millionen Jahre zu uns. Ein Teil der bläulichen Sterne ist in der Zwischenzeit bereits als Supernova explodiert und erloschen. (Bild: NASA/ESA)

 

 

 

«Die Schönheit des Himmels ist der Glanz der Sterne,
ein strahlender Schmuck in den Höhen des Herrn.
Durch die Worte des Heiligen
stehen sie gemäss ihrer
Bestimmung und sie ermüden
nie bei ihrer Wache.

(Jesus Sirach 43,9-10)

Editorial

Ein Sack voll Wind!

«Und bleiches Entsetzen ergriff uns, und während wir in der Angst des Todes alle dahinsahn, neigte sich Skylla herab und nahm aus dem Raume des Schiffes sechs Männer – hob sie zappelnd empor am Felsen – und dort an der Höhle frass sie das Ungeheuer …» Ich schrecke auf, Homers Zeilen kurbeln ein Kopfkino an, das an Grausigem schwerlich zu überbieten ist. Und wir sind bereits mitten drin, in der Strasse von Messina, wo «Skylla und die wilde Charybdis drohen», erstere ein bipolares, fürchterliches Geschöpf aus Frauenleib und sechs wütenden Hunden, das andere ein formloses Seeungeheuer, ein saugender Strudel, der dreimal am Tag das salzige Wasser verschlingt und wieder ausspeit. In dieser Meerenge von beidseitigen Steilwänden eingeklemmt, stampft der Motor unseres Seglers tapfer gegen die starken Strömungen und brausenden Wirbel an, während die Sirenen in den Wanten ihre betörend-schaurigen Lieder heulen. Oh, Odysseus, wie hast du das bloss alles überstanden? «Du weisst, ein Mensch, der seinen Ort verlässt, lebt überall – auf der Strasse, auf dem Land, auf einem Schiff», hallt es von den Felsklippen wider, «Fernweh und Heimweh begleiten die Wege derjenigen, die aufbrechen, aber ihnen gehört die Welt!» Und da fährt uns unversehens die genau richtige Brise in die Segel, die uns sicher aus den Klauen Skyllas und Charybdis’ rettet. Danke, Odysseus, für diesen Sack voll Wind!

Brigitte Burri