Kardinal Emil Paul Tscherrig (1947–2026) verstorben
Mit tiefer Trauer nimmt die Schweizer Bischofskonferenz SBK den plötzlichen Tod von Kardinal Emil Paul Tscherrig zur Kenntnis. Im Namen aller Bischöfe und Territorialäbte der Schweiz spricht sie seiner Familie, seinen Angehörigen, der Diözese Sitten sowie allen, die seinen Dienst mit ihm geteilt haben, ihr aufrichtiges Beileid aus und versichert ihnen ihr Gebet in der Hoffnung auf den auferstandenen Christus.
Ein Wort aus dem Evangelium prägte das Leben von Kardinal Emil Paul Tscherrig entscheidend: «Jeder, der um meinetwillen und um des Evangeliums willen Haus oder Brüder, Schwestern, Mutter, Vater, Kinder oder Äcker verlassen hat, wird das Hundertfache dafür empfangen…» (Mk 10,29–30). Geboren am 3. Februar 1947 in Unterems VS in eine kinderreiche Familie, folgte er diesem Ruf, indem er seine Walliser Heimat verliess. Am 11. April 1974 wurde er in Sitten zum Priester geweiht. Seine Ausbildung führte ihn nach Rom an die Päpstliche Diplomatenakademie; zugleich erwarb er an der Päpstlichen Universität Gregoriana ein Doktorat im kanonischen Recht. Im Dienst des Heiligen Stuhls war Kardinal Emil Paul Tscherrig in zahlreichen diplomatischen Missionen tätig, u. a. in Uganda, Korea und Bangladesch sowie im Staatssekretariat. 1996 wurde er zum Apostolischen Nuntius in Burundi ernannt und im selben Jahr in Rom zum Bischof geweiht. In der Folge vertrat er den Papst in verschiedenen Regionen der Welt, darunter die Karibik, Korea, die Mongolei, die nordischen Länder sowie Argentinien.
2017 berief ihn Papst Franziskus zum Apostolischen Nuntius in Italien und San Marino, eine erstmalige Ernennung eines Nicht-Italieners für dieses Amt. Am 30. September 2023 wurde Emil Paul Tscherrig in das Kardinalskollegium aufgenommen. Darüber hinaus übernahm er verschiedene Aufgaben innerhalb des Heiligen Stuhls und nahm am Konklave des Jahres 2025 teil.
Sein bischöflicher Wahlspruch «Christus ist meine Hoffnung» bringt ein Leben zum Ausdruck, das ganz dem Evangelium und dem Dienst an der Weltkirche gewidmet war. Die SBK ist dankbar für seinen bemerkenswerten Weg, seine Offenheit im Dialog und sein Engagement für eine Kirche, die ihrer Sendung treu bleibt, den Menschen mit Achtung begegnet und zur Zusammenarbeit bereit ist. Im Glauben vertraut sie Kardinal Emil Paul Tscherrig der Barmherzigkeit Gottes an und lädt dazu ein, für die Ruhe seiner Seele zu beten.
Schweizer Bischofskonferenz SBK
_____________________________________________________________________
Inländische Mission (IM)
Gewählter Geschäftsführer stellt sich den IM-Mitgliedern vor
Präsident Peter Hegglin konnte die Mitglieder der Inländischen Mission am 11. Mai 2026 erstmals in den neuen Räumlichkeiten in Olten begrüssen. An der Versammlung wurden zwei neue Vorstandsmitglieder gewählt und der neue Geschäftsführer Michael Schmid vorgestellt.
Dem Zuger Ständerat und Präsidenten der Inländischen Mission (IM), Peter Hegglin, war die Freude ins Gesicht geschrieben, als er die 162. Mitgliederversammlung am neuen Sitz der Geschäftsstelle in Olten eröffnete. Die IM hat die ehemalige Missionsprokura der Schweizer Kapuziner in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof Olten erworben und von Grund auf renovieren lassen. Die zentrale Lage mitten in der Schweiz hätten den Vorstand überzeugt, diese «einmalige Chance zu ergreifen», so Hegglin.
Bei der feierlichen Einsegnung der Räumlichkeiten im Anschluss an die Versammlung war auch je eine Vertretung der Mieter der oberen Stockwerke des Gebäudes, der ökumenischen Fachstelle Religionspädagogik des Kantons Solothurn sowie der Geschäftsstelle des Fördervereins «Freunde der Schweizergarde», anwesend. Geschäftsführer Urban Fink zeigte sich besonders erfreut darüber, dass unter dem Dach der ehemaligen Missionsprokura – wo die Inländische Mission bereits früher ihre Vorstandssitzungen abgehalten hatte – nun drei kirchliche Institutionen beheimatet sind und so dem Haus eine besondere Ausstrahlung geben.
Gelungene Neubesetzung der Stelle des Geschäftsführers
Auf Ende des laufenden Jahres wird Urban Fink als Geschäftsführer der Inländischen Mission pensioniert. Der promovierte Theologe und Historiker hat das Solidaritätswerk der katholischen Kirche seit 2016 zuerst am Standort Zug, danach in Zofingen geführt. Seine Nachfolge tritt Ende Jahr der Jurist Michael Schmid an, der seine Motivation für diese Tätigkeit so beschrieb: «Als Nicht-Theologe möchte ich einer inneren Spur folgen, um meinen Glauben nun auch im beruflichen Umfeld stärker zum Ausdruck zu bringen.»
Der 55-jährige schweizerisch-slowenische Doppelbürger lebt in Zürich, wo er sich in seiner Pfarrei als Lektor und Kommunionhelfer engagiert. Besonders kirchlich geprägt haben ihn seine Jugend in der Diaspora, die Erfahrung als Schweizergardist oder als Mitglied einer Minderheit in einem muslimischen Land. Er blickt auf langjährige Berufserfahrungen als Jurist und Diplomat im öffentlichen Dienst (Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA und Staatsekretariat für Wirtschaft SECO) zurück. Er führt seit neun Jahren die Rechtsabteilung der Nationalen Netzgesellschaft Swissgrid AG. Michael Schmid erachtet die Inländische Mission als idealen Ort, sich in einem «zunehmend kirchenunfreundlichen Umfeld» in den Dienst der römisch-katholischen Kirche in der Schweiz und der Gesellschaft zu stellen. Er trete diese Aufgabe «mit grosser Freude und Respekt» an.
Vorstand: zwei Rücktritte und zwei Neuwahlen
Aus dem Vorstand der Inländischen Mission wurden Vizepräsident Andreas Rellstab, Zürich, sowie Beryl Niedermann, Zumikon, verabschiedet. Pfarrer Andreas Rellstab war 2008 als Vertreter des Bistums Chur und seit 2012 als Freies Mitglied bei der IM engagiert. Seit 2016 wirkte er als Vorstandsmitglied und war seit 2019 Vizepräsident. Die Juristin Beryl Niedermann gehörte dem Vorstand seit 2019 an. Neu in den IM-Vorstand wurden Paul Schnidrig aus Sitten (VS) und Dominique De la Barre aus Founex (VD) als freie Mitglieder gewählt.
Peter Hegglin bedankte sich für das Engagement der zurücktretenden Vorstandsmitglieder und die Bereitschaft der beiden Neugewählten, sich für die Aufgaben und Ziele der Inländischen Mission zu engagieren. Besonders erfreut zeigte sich der Präsident, dass künftig zwei weitere Vertreter aus der Westschweiz im Vorstand mitwirken.
Die Mitgliederversammlung hiess auf Antrag der Revisionsstelle die Jahresrechnung 2025 der Inländischen Mission gut und erteilte dem Vorstand und der Geschäftsstelle die Entlastung.
zvg
_____________________________________________________________________
Zur «Keine-10‑Millionen‑Schweiz!»-Initiative
Im Rahmen der aktuellen Debatte zur Initiative «Keine 10‑Millionen‑Schweiz! (Nachhaltigkeitsinitiative)», worüber am 14. Juni abgestimmt wird, ruft die Schweizer Bischofskonferenz SBK zentrale Grundwerte der katholischen Soziallehre in Erinnerung, die das Gemeinwohl und ein gutes Zusammenleben stärken.
Wenn Grundwerte des Zusammenlebens in der öffentlichen Debatte berührt sind, kommen Kriterien der katholischen Soziallehre zum Tragen, die der Gewissensbildung dienen.
Papst Franziskus rief insbesondere in der Enzyklika Fratelli tutti dazu auf, gesellschaftliche Herausforderungen im Geist der Solidarität und der sozialen Freundschaft anzugehen und eine Kultur der Begegnung zu fördern. Der Kern dieser grundsätzlichen Haltung ist die unantastbare Würde jedes Menschen.
Politische und gesellschaftliche Entscheidungen sollen Menschen als Personen achten, besonders jene, die verletzlich, auf Schutz angewiesen sind oder pauschal be- oder verurteilt werden.
Zum Gemeinwohl gehören bezahlbarer Wohnraum, tragfähige Infrastruk-turen, der Zugang zur Bildung, Gesundheitsversorgung, Sicherheit und soziale Kohäsion. Lösungen zu den gesellschaftlichen Herausforderungen müssen wirksam, respektvoll, und verhältnismässig sein. Ebenso müssen ihre Nebenfolgen mitbedacht werden.
Solidarität verlangt einen fairen und menschenwürdigen Umgang mit Menschen in schwierigen Lebenslagen sowie eine Debattenkultur, die Ängste ernst nimmt, ohne Ausgrenzung zu fördern bzw. zu verursachen.
Ebenso ist der Schutz von Ehe und Familie ein hohes Gut; unnötige Trennungen von Familien widersprechen dem Geist sozialer Verantwortung. Das Evangelium spornt uns an, dafür auch die eigene Komfortzone zu verlassen.
In einer vernetzten Welt braucht es Rechtsstaatlichkeit, Verlässlichkeit und eine verantwortliche internationale Zusammenarbeit. Nachhaltigkeit umfasst gleichzeitig ökologische, soziale und wirtschaftliche Dimensionen und lässt sich nicht auf einen einzigen Massstab reduzieren.
Die SBK ermutigt alle Personen, sich zu informieren, sorgfältig abzuwägen und in Respekt miteinander im Gespräch zu bleiben. Der christliche Glaube ruft dazu auf, Brücken zu bauen und die Hoffnung auf ein gerechtes und friedliches Zusammenleben zu stärken.
Schweizer Bischofskonferenz SBK