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333. ordentliche Vollversammlung der Schweizer Bischofskonferenz (SBK) vom 13. bis 15. September in Visp, Bildungshaus St. Joder

Grosse Sorge um Schutzsuchende aus Afghanistan
Die Schweizer Bischöfe drücken ihre Anteilnahme und tiefe Besorgnis über die aktuelle Flüchtlingssituation weltweit und die besondere Verantwortung der Staatengemeinschaft für Afghanistan aus. In vielen Pfarreien und Kirchgemeinden pflegen freiwillig Engagierte und Mitarbeitende Kontakte und Freundschaften mit Menschen aus Afghanistan und tragen deren Herzensangst um ihre Liebsten in der Heimat mit. «Wo das Evangelium sagt: "Die Armen habt ihr immer bei euch"(Matthäus 26,11), können wir heute einsetzen: "Die Flüchtlinge werdet ihr immer bei euch haben". Dieses Wort sollte unsere Ohren und unser Herz aufrütteln», sagt Bischof Jean-Marie Lovey als zuständiges Mitglied für die Migrationspastoral. Die SBK dankt den Gläubigen und den Hilfswerken für ihren grossen Einsatz für Menschen in Not aus der ganzen Welt.

Die SBK unterstützt die Aufforderung des Schweizerischen Rates der Religionen an alle Regierungen, auf diese Notlage mit Menschlichkeit zu reagieren, schnelle Hilfe und Ausreise zu ermöglichen sowie Asyl zu gewähren. Der interreligiösen Erklärung zur Flüchtlingsfrage des Rates aus dem Jahr 2018 sieht sich die SBK verpflichtet. Wichtiger Bestandteil der Erklärung ist das «Resettlement» von Flüchtlingen, wonach von der UN Flüchtlingsorganisation (UNHCR) anerkannte Flüchtlinge, die nicht im Aufenthaltsstaat bleiben können, die sichere Reise in aufnahmebereite Drittländer antreten können. Die katholische Kirche, wie andere Religionsgemeinschaften auch, hat an mehreren Orten in der Schweiz bereits konkrete Hilfe angeboten. Die SBK appelliert deshalb an die Schweizer Politik, rasch Möglichkeiten zu schaffen, um die Aufnahme von Flüchtlingen via «Resettlement» zu verbessern und abgewiesenen Flüchtlingen aus Afghanistan wenigstens eine vorläufige Aufnahme in der Schweiz zu ermöglichen.

Bischofssynode 2023
Am kommenden 9./10. Oktober macht sich die römisch-katholische Kirche mit der Eröffnung in Rom auf den Weg zur Synode 2023. Papst Franziskus wünscht sich eine synodale Kirche – eine Kirche, in der Menschen miteinander sprechen und aufeinander hören. Eine Woche später, am 17. Oktober, startet die Synode in allen Bistümern der Welt. In einer ersten Phase sollen die Gläubigen auf Bistumsebene befragt werden. Dazu haben sich die Mitglieder der SBK über die in den einzelnen Diözesen vorgesehenen Aktivitäten ausgetauscht. In einer späteren Phase sollen Gespräche auf kontinentaler Ebene (2022) sowie auf Ebene der Weltkirche in Rom (2023) stattfinden. Die SBK hat für die auf Ebene SBK notwendigen Zwischenschritte einen gemeinsamen Terminplan definiert. Zur Begleitung des synodalen Prozesses empfehlen die Bischöfe, wieder vermehrt die vier «Hochgebete für besondere Anliegen» zu benutzen. Denn diese sind aus dem sogenannten «Synoden-Hochgebet», das während der Synode 72 in der Schweiz gebetet wurde, hervorgegangen und haben später Eingang ins Messbuch für die ganze Welt gefunden. Mit grosser Zuversicht auf die Führung durch den Heiligen Geist begeben sich die Mitglieder der SBK auf diesen weltweiten Prozess, in dessen Zentrum Fragen zu «Gemeinschaft, Mitwirkung und Auftrag» der Kirche stehen.

Motu proprio «Traditionis custodes»
Mit diesem Motu proprio hat Papst Franziskus neue Bestimmungen erlassen zur Handhabung von liturgischen Formen, die dem Zweiten Vatikanischen Konzil vorausgegangen sind. Die SBK hat sich darüber ausgetauscht und sich auf ein gemeinsames Vorgehen, das auf die Situation in den jeweiligen Bistümern Rücksicht nimmt, verständigt. Die konkrete Umsetzung obliegt den Diözesanbischöfen und Territorialäbten.

Niemand hat ein Recht, andere anzustecken
Seit dem 13. September gilt die Zertifikatspflicht für Gottesdienste, kirchliche oder religiöse Veranstaltungen in Innenräumen ab 50 Personen – ein untrügliches Zeichen dafür, dass die Pandemie noch nicht vorbei ist. Diese wird sich nur mit Solidarität eindämmen lassen. «Sich impfen zu lassen, hat etwas mit Liebe zu tun», sagt Papst Franziskus, «mit Liebe zu sich selbst, Liebe gegenüber Angehörigen und Freunden, Liebe unter den Völkern. Mit solchen kleinen Gesten können alle dazu beitragen, die Gesellschaft zu verändern und zu verbessern». Deshalb ermuntern die Schweizer Bischöfe alle Priester, alle Seelsorgenden und Gläubigen, sich gegen das Corona-Virus impfen zu lassen. Niemand hat ein Recht, andere anzustecken.

Sexuelle Übergriffe im kirchlichen Umfeld
Die SBK hat die Statistik 2020 der bei den diözesanen Fachstellen eingegangenen Meldungen zu sexuellen Übergriffen im kirchlichen Umfeld zur Kenntnis genommen. Zwei Meldungen betrafen Fälle, welche nach dem Jahre 2000 stattgefunden haben. In beiden Fällen handelt es sich um erwachsene Personen.

Zudem wurden 19 verjährte Fälle gemeldet, wovon sich 15 zwischen 1950 und 1980 ereignet haben. Die Statistik zeigt, dass die seit 2002 getroffenen Massnahmen Wirkung zeigen. Die Anzahl der erfolgten Meldungen bewegt sich im üblichen Rahmen der letzten Jahre (nicht enthalten sind die Fälle, welche bei der CECAR gemeldet und von dieser bearbeitet werden).

Die SBK ruft Opfer erneut auf, sich entweder bei den diözesanen Fachgremien oder anderen anerkannten Opferhilfestellen zu melden.

Wahl des Präsidiums SBK (2022-2024)
Die Mitglieder der SBK haben für die nächste Amtsdauer das Präsidium in seinem Amt bestätigt:

  • Mgr. Felix Gmür (Bischof von Basel), Präsident
  • Mgr. Markus Büchel (Bischof von St. Gallen), Vizepräsident
  • Mgr. Alain de Raemy (Weihbischof von Lausanne-Genf-Freiburg), Mitglied des Präsidiums

Einzelne Zuständigkeitsbereiche werden ab 1.1.2022 wie folgt angepasst:

  • Hauptverantwortlich für den Ökumenischen Dialog: Bischof Joseph Maria Bonnemain (Mitverantwortlich: Abt Urban Federer)
  • Hauptverantwortlich für die Kommission für den Dialog mit den Muslimen: Weihbischof Alain de Raemy (bisher) (Mitverantwortlich: Bischof Charles Morerod)
  • Hauptverantwortlich für den Dialog mit den Fernstehenden und Konfessionslosen: Bischof Charles Morerod (Mitverantwortlich: Weihbischof Alain de Raemy)
  • Hauptverantwortlich für das Kulturwesen: Bischof Charles Morerod (Mitverantwortlich: Weihbischof Alain de Raemy)
  • Hauptverantwortlich für das Laienapostolat: Bischof Joseph Maria Bonnemain (Mitverantwortlich: Bischof Markus Büchel)
  • Hauptverantwortlich für Frauenfragen/Frauenrat: Bischof Markus Büchel (bisher) (Mitverantwortlich: Bischof Joseph Maria Bonnemain).

Begegnung mit dem Apostolischen Nuntius
Zu einem brüderlichen Austausch hat die SBK den Apostolischen Nuntius in der Schweiz Erzbischof Dr. Martin Krebs empfangen.

Ernennungen
Die SBK hat folgende Priester zum nationalen Koordinator ernannt:

  • Egidio Todeschini, Schaan/FL, für die italienischsprachigen Gemeinschaften (50%)
  • Aloisio Araujo, Luzern, für die portugiesischsprachigen Gemeinschaften (30%)
  • Antonio Šakota OFM, Zürich, für die kroatischsprachigen Gemeinschaften (30%)
  • Dr. Krzysztof Wojtkiewicz, Marly/FR, für die polnischsprachigen Gemeinschaften (20%)

Der Koordinator für die spanischsprachigen Gemeinschaften wird zu einem späteren Zeitpunkt ernannt.

Die SBK hat zudem Pfarrer Jean-Pierre Brunner (Naters/VS) zum Richter am Interdiözesanen Gericht ernannt.

Eucharistiefeier in der Kapelle
Die Messe von Mittwochvormittag um 07.15 Uhr in der Kapelle des Bildungszentrums St. Jodern wurde von Radio Maria live übertragen.

Schweizer Bischofskonferenz (SBK)


Neue Leitung Geschäftsstelle Fachgremium «Sexuelle Übergriffe im kirchlichen Umfeld»

Die Schweizer Bischofskonferenz SBK hat Karin Iten und Dr. Stefan Loppacher als Leitungsduo der Geschäftsstelle für das Fachgremium «Sexuelle Übergriffe im kirchlichen Umfeld» ernannt. Iten und Loppacher übernehmen die Geschäftsstelle ab 1. Oktober, die Mgr. Dr. Joseph Maria Bonnemain vor seiner Ernennung zum Bischof von Chur seit 2002 führte. Mit Karin Iten und Dr. Stefan Loppacher kann die Geschäftsstelle mit zwei anerkannten und eingespielten Fachpersonen besetzt werden. Iten und Loppacher arbeiten bereits gemeinsam im Bistum Chur zu je 50 Prozent als Präventionsbeauftragte. Für die Geschäftsstelle des Fachgremiums werden sie sich ein 30-Prozent-Pensum im Jobsharing aufteilen. Hauptaufgaben der Geschäftsstelle sind u. a. die Vernetzung und Koordination der regionalen Massnahmen im Bereich der Intervention und Prävention sexueller Ausbeutung im kirchlichen Kontext. Die Geschäftsstelle arbeitet im Austausch mit der SBK, ist jedoch inhaltlich unabhängig von ihr. Loppacher und Iten haben ihren Arbeitsplatz in Zürich.

Karin Iten studierte an der ETH Umweltnaturwissenschaften, verfügt über langjährige Erfahrung in Erwachsenenbildung, Beratungstätigkeit und Projektarbeit im Bereich der Gewaltprävention. Als ehemalige Geschäftsführerin prägte sie die Fachstelle Limita zur Prävention von sexueller Ausbeutung während elf Jahren und baute sie zu einem Kompetenzzentrum der Deutschschweiz aus.

Dr. Stefan Loppacher studierte in Rom Kirchenrecht. Er forschte mehrere Jahre im Bereich «Kirchliches Strafverfahren und sexueller Missbrauch Minderjähriger» und veröffentlichte dazu 2017 seine Doktorarbeit. Seit 2017 ist er Richter am Diözesangericht des Bistums Chur in Zürich.

Schweizer Bischofskonferenz SBK


Die Landeskirchen tragen die Ausweitung der Zertifikatspflicht mit

Die vom Bundesrat am Mittwoch, 8. September 2021 vorgestellten, weiterführenden Massnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung der Corona-Pandemie werden von der Evangelisch-reformierten Kirche EKS und der Schweizer Bischofskonferenz SBK unterstützt. Sie erachten die Anhebung der zertifikatsfreien Grenze für Gottesdienste und religiöse Veranstaltungen auf 50 Personen als Ergebnis der Einwirkung der Landeskirchen im Rahmen der Vernehmlassung.

Die steigenden Zahlen von Corona-Infektionen und Hospitalisationen deuten auf eine vierte Welle der Pandemie hin. Die Landeskirchen betrachten diese Entwicklungen mit Sorge und sind gewillt, ihren Beitrag zur Eindämmung weiterhin zu leisten und sich in ihren Reihen für wirkungsvolle Schutzmassnahmen einzusetzen.

Das im Frühling 2021 vom Bundesrat mit der Einführung des Corona-Zertifikats implementierte Ampelsystem hatte die religiösen Veranstaltungen bisher dem «grünen Bereich» zugeordnet. Demnach waren sie von der Anwendung des Zertifikats aufgrund von elementaren Freiheits- und Grundrechten explizit ausgeschlossen. Neu wird die Zertifikatspflicht breiter anwendbar, jedoch abgestuft nach «grundrechtsrelevanten» und anderweitigen Veranstaltungen. Die Landeskirchen danken dem Bundesrat, dass er den Zugang zu Gottesdiensten und religiösen Veranstaltungen als wichtig erachtet und die Zertifikatspflicht erst ab einer Anzahl von 50 Personen fordert. Sie erachten es als Ergebnis des Einwirkens der Kirchen bei der Landesregierung im Vorfeld des heutigen Entscheids.

Die Landeskirchen sehen sich in der Pflicht, in dieser herausfordernden Lage für alle Menschen auch weiterhin offene und sichere Gottesdienste feiern zu können. Sie werden alles Mögliche unternehmen, damit sich die Teilnehmenden an Gottesdiensten nicht anstecken.

Die Landeskirchen kritisieren, dass Abdankungen und andere, auch nicht-kirchliche Bestattungsrituale, nicht generell vom Zertifikatserfordernis ausgenommen sind. Die Möglichkeit, gemeinsam zu trauern und Abschied zu nehmen ist ein wesentliches Element der persönlichen und gesellschaftlichen Bewältigung von Krisensituationen. Mit Blick auf die pandemiebedingte Situation tragen die EKS und die SBK die strengeren Schutzvorschriften mit und hoffen, dass die Massnahmen wirken. Sie werden sich weiterhin aktiv beim Bundesrat dafür einsetzen, dass Abdankungen von der Zertifikatspflicht ausgenommen werden.

Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz  EKS
Schweizer Bischofskonferenz SBK