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Coronavirus

Die SBK passt aufgrund der «Ausserordentlichen Lage» in der Schweiz und der damit eingehenden neuen bundesrätlichen Massnahmen gegen das Coronavirus ihre Empfehlungen wie folgt an (Stand 17. März 2020):

  • Die Anordnungen von Bund und Kantonen sind zu strikte befolgen. Ebenso die diözesanen Vorschriften.
  • Die Hygienemassnahmen und das Distanzhalten sind entscheidend. Der Schutz der Risikogruppen hat erste Priorität.
  • Wer Grippesymptome hat oder zu den Risikogruppen gehört, bleibt zu Hause.
  • Alle öffentlichen Gottesdienste und religiösen Versammlungen sind untersagt.
  • Sämtliche Taufen, Erstkommunionfeiern, Firmungen und Hochzeiten werden verschoben. Begräbnisfeiern können unter strengen Auflagen stattfinden. Sie werden so einfach wie möglich und mit so wenigen Personen wie möglich gefeiert.
  • Die Eucharistiefeier darf und soll von den Priestern nur noch privat gefeiert werden.
  • Die Bischöfe entbinden von der Sonntagspflicht.
  • Sämtliche Veranstaltungen der Pfarreien, anderssprachigen Missionen und Fachstellen sind untersagt.
  • Verantwortlich für Entscheide und ihre Umsetzung sind weiterhin die Leitungen der Pfarreien, anderssprachigen Missionen und Fachstellen im Gespräch mit den Anstellungsbehörden und den pastoralen Räten.
  • Die Kirchen bleiben für das persönliche Gebet offen.
  • Die Weihwasserbecken sind zu leeren.
  • Grundsätzlich wird die Krankenkommunion nicht mehr nach Hause gebracht. Die einzige Ausnahme ist das Viaticum.
  • Der Empfang des Beichtsakramentes ist nur im Rahmen der Einzelseelsorge möglich.
  • Der Besuch in Alters- und Pflegeheimen ist im Voraus mit der Hausleitung abzusprechen.
  • Spezialseelsorgerinnen und Spezialseelsorger sprechen mit der Leitung ihrer lnstitution ihren Dienst ab.

Die SBK fordert alle auf, in Selbstverantwortung ihren Teil zur Eindämmung dieser Pandemie beizutragen.

Diese Empfehlungen gelten bis auf Weiteres.

Übersicht der Massnahmen der Bistümer

Bistum Basel

Bistum Chur

Bistum St. Gallen

Bistum Lausanne-Genf-Freiburg

Bistum Sitten

Bistum Lugano

Die SBK empfiehlt für alle am Coronavirus Erkrankten sowie für das medizinische Fachpersonal zu beten. Sie ruft dazu auf, wegen der besonderen Lage, nicht in Panik zu verfallen, sondern Ruhe zu bewahren und das Vertrauen in unseren Herrn zu wahren.

Gebet für Betroffene und andere

Beten wir für alle Menschen, die am Corona-Virus erkrankt sind,
für alle, die Angst haben vor einer Infektion,
für alle, die sich nicht frei bewegen können,
für die Ärztinnen und Pfleger, die sich um die Kranken kümmern,
für die Forschenden, die nach Schutz und Heilmittel suchen,
dass Gott unserer Welt in dieser Krise seinen Segen erhalte.

Allmächtiger Gott, du bist uns Zuflucht und Stärke,
viele Generationen vor uns haben dich als mächtig erfahren,
als Helfer in allen Nöten.
Steh allen bei, die von dieser Krise betroffen sind,
und stärke in uns den Glauben, dass du dich um jede und jeden von uns sorgst.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

 

327. ordentliche Vollversammlung der Schweizer Bischofskonferenz (SBK)

Humanitäre Korridore ermöglichen

Die 327. ordentliche Vollversammlung der Schweizer Bischofskonferenz (SBK) fand vom 2. bis 4. März 2020 in Genf im «Le Cénacle» statt.

Die Schweizer Bischöfe und Territorialäbte beobachten die Flüchtlingssituation an den südlichen Grenzen Europas mit grosser Sorge. Die neuesten Entwicklungen verschärfen die Lage der Flüchtlinge an der griechischen Grenze empfindlich und nachhaltig. Dass die Schweiz Griechenland bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise stärker unterstützen will, hat die SBK mit Genugtuung zur Kenntnis genommen. Staatssekretär Mario Gattiker, Direktor des Staatssekretariats für Migration, hatte anfangs Februar bei seinem Besuch in Athen die Bereitschaft der Schweiz signalisiert, eine gewisse Zahl an unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen aufzunehmen, sofern familiäre Verbindungen in die Schweiz bestehen. Wenige Tage zuvor hatte Bundesrätin Karin Keller-Sutter, Vorsteherin des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements, die Europäische Kommission mit Nachdruck aufgefordert, angesichts der schwierigen humanitären Lage einen Aktionsplan für Griechenland zu entwickeln. Die SBK dankt allen Hilfswerken für ihren Einsatz, sei es direkt vor Ort, sei es in der Schweiz. Sie begrüsst die Schaffung von humanitären Korridoren und bietet hier den Hilfswerken gerne ihre Unterstützung an.

Die SBK engagiert sich in einem Projekt der armenischkatholischen Kirche in Griechenland mit einem finanziellen Beitrag. Das Projekt hat zum Ziel, verletzliche Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 18 und 30 Jahren vor Ort mit Unterkunft, Essen und Kleidung zu unterstützen und zu begleiten. Das Projekt, das bereits seit drei Jahren läuft, kann so um ein Jahr verlängert werden.

Gemeinsam auf dem Weg für die Erneuerung der Kirche

An der letzten ordentlichen Vollversammlung entschied die SBK, dass der Prozess auf lokaler, diözesaner und sprachregionaler Ebene beginnen soll. Über erste Erfahrungen tauschten sich die Mitglieder der SBK aus. Der eingeschlagene Weg wird fortgesetzt. Die SBK will in einer zweiten Phase die diözesanübergreifenden Herausforderungen auf nationaler Ebene begleiten. Dazu gehört der Austausch mit verschiedenen Gruppen und Gläubigen. In diesem Zusammenhang haben sich die Mitglieder der SBK über das nachsynodale apostolische Schreiben «Querida Amazonia» ausgetauscht. Die vier im Dokument erwähnten Träume des Papstes inspirieren auch die Kirche in der Schweiz und können mit den nötigen Anpassungen auf die hiesigen Verhältnisse als gute Ausgangsposition für die bevorstehenden Gespräche dienen.

Neubau der Kaserne der Päpstlichen Schweizergarde

«Das Projekt ist zwar komplex, aber wir kommen gut voran», so fasste Dr. Jean-Pierre Roth, Präsident der Stiftung für die Renovation der Kaserne der Päpstlichen Schweizergarde im Vatikan, den aktuellen Projektstand des vorgesehenen Neubaus der Kaserne zusammen. Eine Machbarkeitsstudie zeigte, dass nur ein Abriss der Kaserne und ein Neubau auf dem bestehenden Grundriss den gestellten Anforderungen zu entsprechen vermag. Bis Ende 2020 sollten für den Bau die notwendigen Bewilligungen der Stadt Rom, des Vatikans sowie der UNESCO vorliegen. Für die Detailplanung und den Umzug der Schweizergarde in ein Provisorium sind anschliessend zwei Jahre vorgesehen. Abriss und Neubau der Kaserne sind nach aktuellem Stand für die Jahre 2023 bis 2026 geplant. Es könnte somit gelingen, 2027 das 500-Jahr-Gedenken an den Sacco di Roma mit der Einweihung der neuen Kaserne zu kombinieren. Eine der zahlreichen architektonischen Herausforderungen des Neubaus ist die Freilegung der historischen Via Francigena, welche ursprünglich durch die Kaserne verlief, später jedoch durch eine Mauer unterbunden wurde. Auch soll der Neubau die Sicht auf den Passetto verbessern, welcher den Vatikan mit der Engelsburg verbindet. Für die Mittelbeschaffung wurde ein Patronatskomitee mit alt Bundesrätin Doris Leuthard als Präsidentin gegründet. Der Gesamtbetrag, der im In- und Ausland für den Neubau und die temporäre Unterbringung der Garde während der Bauzeit gesammelt werden muss, beträgt rund 55 Mio. Franken.

Coronavirus

Anlässlich des Schweizer Krankensonntags vom 1. März betete die Kirche für alle Leidenden und auch besonders für die am Coronavirus erkrankten Menschen sowie für das medizinische Fachpersonal. Die SBK ruft dazu auf wegen der besonderen Lage, nicht in Panik zu verfallen, sondern Ruhe zu bewahren und das Vertrauen in unseren Herrn zu wahren.

Zur Prävention gegen eine Ansteckung durch das Coronavirus empfiehlt die SBK, sich regelmässig über die Vorschriften der staatlichen Behörden zu informieren. Unter Beachtung dieser Vorschriften stehen die Verantwortlichen vor Ort in der Pflicht, situativ angemessen zu entscheiden. Auch die Teilnehmenden von Veranstaltungen sind angehalten, sich und ihr Umfeld zu schützen und bei Krankheitssymptomen zu Hause zu bleiben.

Für Liturgien gelten folgende Vorsichtsmassnahmen:

  • Wer Grippensymptome aufweist, bleibt zu Hause.
  • In der Eucharistiefeier erhalten die Gläubigen die Kommunion auf die Hand. Wer die Kommunion austeilt, hat vorher die Hände zu desinfizieren.
  • Bei einer Konzelebration wird das Blut Christi durch Eintauchen der Hostie konsumiert.
  • Die Weitergabe des Friedensgrusses durch Handschlag entfällt.
  • An manchen Orten kann es angebracht sein, die Weihwasserbecken zu leeren.

Fachgremium «Sexuelle Übergriffe im kirchlichen Umfeld»

Bischof Charles Morerod ist seit anfangs 2019 Verantwortlicher der SBK für das Fachgremium «Sexuelle Übergriffe im kirchlichen Umfeld». Er wünscht, mindestens bis zum Abschluss der im Bistum laufenden Untersuchungen nicht mehr an Sitzungen des Fachgremiums teilzunehmen und tritt somit ab sofort in den Ausstand. Abt Urban Federer wird für diese Zeit im Fachgremium seine Stellvertretung übernehmen.

Begegnung mit dem Apostolischen Nuntius

Zum traditionellen Besuch des Apostolischen Nuntius in der Schweiz empfing die SBK Erzbischof Dr. Thomas Edward Gullickson sowie Nuntiaturrat Mgr. Dr. José Manuel Alcaide Borreguero. Der Apostolische Nuntius bestätigte das Datum des nächsten Besuchs ad limina apostolorum der SBK: voraussichtlich am 28. Januar 2021 wird Papst Franziskus die Mitglieder der SBK empfangen. Letztmals fand der Adlimina-Besuch 2014 statt.

 

Ernennung

Für die Kommission Justitia et Pax wurde Dorothée Thévenaz Gygax, Fastenopfer, als neues Mitglied gewählt.

Eucharistiefeier in der Kapelle des Cénacle

Zum Abschluss der ordentlichen Vollversammlung luden die Mitglieder der SBK die Gläubigen am 4. März um 11 Uhr zu einer Eucharistiefeier in die Kapelle des Cénacle ein. Der Feier stand Weihbischof Alain de Raemy vor.

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